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Marrakesch
Reisebericht
Schwerpunkt unserer Reise durch Marokko waren nicht die Badehotels im Zielgebiet Agadir, sondern vielmehr Land und Leute in den Königsstädten und drum herum.
Unsere Route führte uns mit dem Kleinbus von Marrakesch überland nach Fes, weiter nach Meknes, von dort nach Rabat und das Endziel war Casablanca. Von dort flogen wir wieder nach Frankfurt.
Unterwegs haben wir viele schöne, gute und auch luxuriöse Hotelanlagen besichtigen dürfen.
Im Kontrast dazu die Riads, die fensterlos und un- scheinbar nach aussen wirken, in ihrem Inneren jedoch eine bauliche Pracht entfalten, die man nicht erwartet: Springbrunnen, Pflanzenvielfalt, Rundbögen mit Stuckornamenten versehen, Marmorsäulen und viel Holz. Lauschige Dachterrassen mit schönem Blick über die Medinas- richtige Oasen, wo man das bunte marokkanische Treiben hinter sich lassen kann.
Gauklerplatz bei Nacht
Marrakesch, die Königsstadt
In Marrakesch finden Besucher aller Länder wohl das, was sie an Marokko am Meisten fasziniert: den schönsten und vielfältigsten Souk (Händlerviertel) Marokkos, das Palais El Bahia und den Platz der Gaukler, der besonders zur Abend- und Nachtzeit vor marrokanischer Lebensfreude überzuquellen scheint.
Bunt, schrill, verwinkelt und scheinbar undurchdringlich sind die engen Gassen des Souks.
Eifrige Händler, wild gestikulierend um jeden Dirham, neugierig und misstrauisch zugleich, feilschen mit Engelsgeduld in einem Sprachenmischmasch von englisch, französisch und deutsch mit ihren Kunden. Und kaum etwas verschafft eine solche Befriedigung, als wenn Händler und Käufer sich mit einem Händedruck und zufriedenen Mienen voneinander verabschieden.
Für uns ein Riesenspaß, erhielten wir doch die stolze Summe von 150 Euro vom marrokanischen Fremdenverkehrsamt, um für eine angemessene Schaufensterdekoration unserer Büros mit Lampen, Tabletts, Schuhen, Tüchern und vielem mehr sorgen zu können.
Was davon übrig blieb, wanderte wieder in den Topf aus dem Getränke und gemeinsame Essen unterwegs und am Abschiedsabend bestritten wurden.
Am Abend folgte der Bummel im Lampenschein über den riesigen Gauklerplatz. Fakire, Marktschreier, Obststände, Schlangenbeschwörer, fliegende Händler, Fressbuden mit köstlich duftendem Gebratenen.
Schade, dass wir für das Abendessen bereits eingeladen waren, es hätte sehr viel Spass gemacht, zwischen einheimischen Familien zu sitzen und mit Ihnen all die Köstlichkeiten zu verzehren.
Hotels und Riads:
Hotel Atlas Medina 4* und Hotel Atlas 3*.
Beide liegen etwa zehn Fahrminuten von der Medina (der arabischen Altstadt) und dem Gauklerplatz entfernt. Beide bieten angenehmen Komfort und verfügen über eine ansprechende Pool-und Gartenanlage.
Beide eignen sich auch gut für einen Kurzurlaub in Marrakesch.
Durch die Einführung der Strecke München- Marrakesch- München durch Royal Air Maroc an den Verkehrstagen 4 und 7 sind diese Kurzaufenthalte ohne Probleme möglich geworden.
Wer in Marrakesch sehr luxuriös residieren möchte, der ist im Sofitel Marrakech Lounge & Spa bestens aufgehoben.
Sehr geschmackvoll ausgestattete Zimmer und Suiten bieten ein tolles Ambiente. Der Blick über die Poolanlage und grüne Landschaft bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln des hohen Atlas begeistert.
In geringer Entfernung zur Medina gelegen hat man hier zwei Welten, zwischen denen man je nach Laune hin und her pendeln kann.
Das Riad Dar les Cigognes liegt in der verwinkelten Altstadt und ist von aussen nicht zu erkennen.
Betritt man seinen Innenhof umfängt einen plötzliche Ruhe und marrokanische Gastlichkeit.
Die Zimmer sind landestypisch und mit sehr viel Liebe zum Detail ausgestattet. Auf dem Dach erstrecken sich Dachterrassen, teilweise auch nur zu den Zimmern gehörend, die einen herrlichen Blick auf die Altstadt und die weitere Umgebung zulassen.
Das Riad Kaiss besticht ebenfalls durch seine günstige Lage, unweit des Souks und des Gauklerplatzes. Auch hier ist jedes Zimmer liebevoll dekoriert. Obwohl keines dem anderen gleicht, hat dennoch jedes einzelne einen 4-Sterne-Standard zu bieten.
Es ist immer wieder der gleiche Ein- druck in den Riads:
Sie wirken wie kleine, beschauliche Oasen in einer hektischen und staubigen Welt.
Ein Kleinod ist das Dar Rhizlane, zehn Fahrminuten von der Medina. Neben normalen Doppelzimmern bietet dieses Haus auch Suiten bis maximal 6 Personen, die neben einem gemütlichen Wohnraum auch drei Schlafzimmer und zwei Bäder anbieten.
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Der alte und neuere Gebäudeteil wurden stilsicher aneinander angepasst und sind in eine romantische Gartenanlage eingebettet.
Wer allzu große Hotels meiden und trotzdem hochwertige marrokanische Gastlichkeit genießen möchte, dem bietet sich hier eine wundervolle Alternative.
Palmeraie Golf Palace 5*. Dieses Golfresort liegt zirka 20 Fahrminuten vom Stadtzentrum entfernt. Genauso wie der sich anschliessende Pavillion de Golf 5* liegen die beiden Anlagen inmitten von Golfplätzen, die jedes Sportlerherz höher schlagen lassen.
Beide Anlagen bieten unterschiedlich große Studios und Appartments, die gut eingerichtet sind und einen tollen Blick auf das Golfareal zulassen.
Garten- und Poolanlagen sind wunderschön gestaltet, die Wellnessmöglichkeiten sehr vielfältig. Hier kann man dem Golfen ausgiebig nachgehen, die Seele baumeln lassen oder auch nach kurzer Taxifahrt in das quirlige marrokanische Leben eintauchen.
Ein weiteres Kleinod ist das etwas ausserhalb gelegene Les Jardins D'Ines 5*.
Eine zauberhafte, gemütliche kleinere Hotelanlage mit etlichen Bungalows, deren Innenleben darauf angelegt ist, sich für seinen Urlaub einen sehr privaten Charakter zu erhalten. Es ist hier gelungen, Tradition und Moderne sinnvoll und stilsicher miteinander zu verbinden.
Das Mandarin Oriental Inan Rahma befindet sich noch in der Endphase seiner Fertigstellung, jedoch ist bereits dieser Eindruck atemberaubend:
Gigantisch wirkt die lange Einfahrt durch goldbeschlagene Holztore zum neuen Mandarin Oriental, das wohl eine neue Ära der Hotelkultur in Marokko einläuten wird.
Ausgesuchte Baumaterialien, gepaart mit Tradition und bekannten „Mandarin-Luxus- Vorstellungen", mutige Farbgebung, sowie sehr großzügige Zimmer, deren Badezimmerbereich bereits ein Wellnesstempel für sich ist. Balkone und Terrassen mit blütenweissen Polstermöbeln unterstreichen die besondere Gestaltungsart, soweit wir sie im derzeitigen Baustand erkunden konnten.
Man darf gespannt sein, wie die Anlage im fertigen Zustand wirken wird, und vor allem, ob sie eine so positive Kundenresonanz erreichen wird, wie zum Beispiel in vergleichbaren Häusern in den Emiraten.
Auf der Strecke zwischen Marrakesch nach Fes, entlang der Höhenzüge des Mittel- Atlas- Gebirges erhält man einen Eindruck über das ländliche Leben in Marokko.
Weite Felder wechseln mit kleinen Ortschaften, wo das Leben gemächlicher seinen Gang geht.
Der seit Wochen anhaltende Dauerregen füllte nicht nur die 64 Stauseen des Landes, sondern förderte auch eine Vielfalt von Grüntönen zu Tage.
Eine Überraschung für uns, war Marokkos Landschaft in unserer Vorstellung stets von einem kräftigen Rotton.
Blühende Mandelbäume, ein Meer von Blumen, Olivenhaine, unter ihrer Last einhertrippelnde Esel luden zu zahlreichen Fotos ein.
Die Wasserfälle von Ouzoud, wohlgenährt durch den regenreichen Winter, ergossen sich erdgefärbt unter einem Regenbogen in die Tiefe. Sie waren den Umweg von rund einer Stunde allemal wert.
Auf der Weiterfahrt nach Fes hatten wir noch einen Besichtigungsstopp in Bin el Oudaine etwa 1300 Meter über dem Meer. Das Hotel Chems du Lac, malerisch an einem tiefblauen Stausee gelegen, wurde erst kürzlich eröffnet. Hier sind besonders die Outdoor-Aktivitäten großgeschrieben: Fischen, Jagen, Mountainbike fahren und Wandern locken bereits jetzt zahlreiche Gäste an.
Als Zwischenstopp bei einer Mietwagen-Rundreise ist dieses Hotel in jedem Fall eine gute Einkehr.
Fes
Fes, die zweite der Königsstädte
Wer glaubte, in Marrakesch bereits alle Varianten eines Lebens im und um einen Souk herum kennengelernt zu haben, der sah sich beim Rundgang in der Altstadt von Fes erneut in Erstaunen versetzt. Die gesamte Altstadt zieht sich soweit das Auge reicht an den Hügeln entlang.
Taucht man wieder ein in die Welt der Händler, so fällt auf, dass der Souk in Fes traditioneller wirkt, als in Marrakesch.
Dort musste man die Werkstätten von Schustern, Schneidern, Schweissern und Schlossern regelrecht suchen, was ohne Führer wohl nicht machbar wäre.
In Fes indes wechseln die verschiedenen Handwerksbetriebe mit normalen Verkaufsläden ab. So sieht man also die Schneider beim Nähen, die Schuster bei der Herstellung ihrer bunten Pantoffeln und die Graveure bei ihren Metallarbeiten sitzen.
In engen, niedrigen, tief in die Häuser hineingehenden, schmalen Werkstätten wird ohne modernes Handwerkszeug gearbeitet. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.
Um all diese interessanten Dinge sehen zu können, ist natürlich das Sofitel Palais Jamai Fes nicht nur ideal gelegen, sondern wie seine Schwester in Marrakesch eine Augenweide. |
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Die zwei Hotelteile sind unterschiedlich gestaltet und wunderbar kombiniert.
Dieses Hotel eignet sich aufgrund seiner Größe auch sehr gut für Tagungen und Gruppenreisen.
Der Blick in die überwältigende Fülle an Zimmerkategorien zeigt geschmackvolle Einrichtung vom einfachsten Zimmer bis zu den Suiten, die sich ihrerseits natürlich in Grösse und Ausstattung noch deutlicher abheben.
Bei Tag und Nacht ist der Blick über die Altstadt ein Genuss und Gastlichkeit wird auch hier großgeschrieben.
In den wunderschön gestalteten Spa-Bereich kann man sich vom Stress der Erkundigungen verwöhnen lassen.
Eine wirklich Alternative für den etwas kleineren Geldbeutel ist das Hotel Merinides. Mit ebenfalls traditionellerem Ambiente, einer tollen Lage und Aussicht. Verschiedene Zimmerkategorien und diverse, schön gestaltete Restaurants bieten gute marrokanische Küche und musikalische Unterhaltung mit traditionellen Instrumenten und natürlich Bauchtanz.
Das Riad Dar el Ghalia, der letzte Übernachtungsort vor unserer Weiterfahrt nach Casablanca liegt so versteckt in der Altstadt, dass man sich nicht mehr in dieser Welt glaubt.
Hätten wir nicht so eifrige Kofferträger gehabt, wir wären irgendwann in diesem Gewirr an gesichtslosen Mauern verloren gegangen.
Im Hotel selbst davon war derService wie immer sehr nette, jedoch hätten die Zimmer unterschiedlicher nicht sein konnten:
Mein Zimmer bot Abenteuerflair, da es über steile Treppen erobert werden wollte, dafür hatte ich aber drei Zimmer für mich alleine.
Andere Unterkünfte glänzten mit Whirl- pool und TV, andere hatten nur ein Waschbecken für die morgendliche Toilette.
Wer keinen Wert auf totale Konformität der Zimmer legt ist hier sehr gut aufgehoben, einfach und mittendrin im marrokanischen Alltag.
Meknes
Auf der Weiterfahrt nach Rabat hatten wir noch einen kurzen Zwischenstop in Meknes, ebenfalls eine der Königsstädte, jedoch viel kleiner als Fes, Rabat und Marrakesch.
Rabat
Rabat mit seinen modernen Bauten und kontrastreichen Palästen im Pomp und Prunk ist eine blitzsaubere Stadt, die sich allemal zu besichtigen lohnt. Da wir aber am selben Tag noch in Casablanca sein mussten, konnten wir die vierte der Königsstädte nur im Regierungsbezirk besichtigen.
Das Mittagessen im Hotel La Tour Hassan und die Besichtigung dieses eleganten Stadthotels waren bestens.
Casablanca
Casablanca ist weit entfernt von Humphry Bogart und Ingrid Bergmann.
Eigentlich gibt es in Casablanca nicht sehr viel, was anzuschauen sich anbietet. Rick's Café zum Beispiel ist nicht lohnenswert, weil es erst nach dem Film erbaut wurde in einem Versuch,den Mythos mit einer Nachbildung festzuhalten.
Allerdings befindet sich in Casablanca die größte Moschee des Landes und gleichzeitig die drittgrößte der Welt.
Ansonsten ist Casablanca wenig mehr als grau und industriell und hat im Vergleich zu den davor besichtigten Städten wenig Charme.
Trotzdem war für uns die Übernachtung im Golden Tulip Farah Balsam für unsere durchgeschüttelten Körper.
Auch dies ist ein großes Stadthotel im 4-Sterne-Bereich.
Die Zimmer in den neun Etagen sind großzügig und mit angenehmem Komfort ausgestattet. Zwar ohne den Zauber vergangener Epochen, jedoch angepasst an moderne Bedürnisse.
Zum Abendessen im Royal Mansour, zirka einen Kilometer vom Golden Tulip entfernt, fuhren wir mit unserem Bus.
Auch hier ging es durch Sicherheitsschleusen in einen Hotelbereich der dem gehobenen Anspruch gerecht wird.
Dieser schlägt sich nicht nur in der Einrichtung der Zimmer und Restaurants nieder, sondern auch durch einen Royal Club in der oberen Etage, wo der Gast sich vom grossen Trubel zurückziehen kann, eine Art verkehrsberuhigter Hotelbereich im großen Stadt- und Kongresshotel.
Am sehr frühen Morgen sind wir dann zum Flughafen aufgebrochen, beladen mit Souvenirs aus den verschiedenen Souks in Marokko und sind dann mit etlichem, glücklicherweise erlaubten Übergepäck fast pünktlich in Casablanca gestartert und überpünktlich in Frankfurt gelandet.
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